Möge es besser werden!

Statt zwei Stunden Mörser zu Mitternacht gab es stündlich zwei versprengte Böller; zum Schlafen war das nix, aber relativ eine stille Nacht.

Letztes Bild aus dem alten Jahr: Fünf vielleicht Dreijährige, deren Mütter sich auf dem Marktplatz unterhalten (auf Abstand und maskiert), bestaunen den Stadtwerker, der die Tonnen in den brüllenden Müllwagen leert, Mordsgerüttel mit nichts als einem lässigen Hebeldruck, Fluppe im Mundwinkel. Und während die Mütter sich darüber austauschen, was sie Silvester machen (und was nicht), kann man zuschauen, wie in fünf jungen Hirnen der Plan keimt: Müllmann werden; rauchen, nur noch Orange tragen. Wenn nicht nächstes, dann übernächstes Jahr.

Liebe Menschen, die Sie hier vorbeischauen: haben Sie's gut! So gut es nur geht. Und finden Sie Freuden, gerne ungeahnte, unbekannte, unverhoffte. Danke fürs Hiersein.





M nennt es den Schlüssellocheffekt, das Gefühl, ganz nah dran gelassen, zum Mitwisser, zum Vertrauten zu werden, und schwups, ist man verliebt. – Mir ist das schon passiert. Es war schön, und eine Enttäuschung ist mir erspart geblieben; trotzdem: einmal, nie wieder. Man wird ja auch älter.

Wenn ich von mir auf andere schließen sollte: Namen, Daten, Orte – die Hälfte verschweige ich, und mit dem, was ich von der anderen Hälfte nicht im Unklaren lasse, bin ich erst zufrieden, wenn es meine Lebensumstände nicht preisgibt. Der Kern aber, die Geschichte, die muß stimmen; wo’s mir wichtig ist, bin ich streng. Entsprechend erwarte ich nichts sonst von Blogs, anders als im echten Leben.

Ich lese am liebsten solche, die nichts wollen. Aufzeichnung, Erinnerung, Klärung: aber ja!, Ab- und Zuneigung: gerne; Anliegen: von mir aus; Mission, Propaganda, Werbung: nein danke.

(Beim großen Skandal von Kleinbloggersdorf kann ich im übrigen nicht mitreden.)





Aufgeflogen.

   Und was schreibst du da?
   Och, nix. Geschichtchen ...
   Komme ich da etwa drin vor?
   Ähm, also ...
   Das hättest du mir aber sagen müssen!
   ...

Gardinenpredigt ist eigentlich ein so hübsches Wort.





Früher traf man sich einfach im Dorf; heute sind wir ja in alle Winde zerstreut.

 

klagefall   Kreuzberg-SO   Libralop   SoSo   einst Trippmadam   Untrans   voces intimae   Bücher abseits  

Vollständig nie.

 





So viele lockende Geschichten, die ich lesen könnte, und die Geschichtchen, die nervös hüpfen, weil ich sie nicht notiere – aber ach, ich komme zu nichts.

Eins immerhin macht Freude: LaTeX ist wie Fahrradfahren; so ganz verlernt man's offenbar nicht.

(Die Amseln, wie verrückt, besingen unterdes den Abriß des letzten kleinen Hauses hier im Viertel.)