Wetter zum Kindereinweichen, aber gute Zeiten.

Kind 1 ist neun, Kind 2 fünf. Manchmal lehnt sich 1 zu mir herüber, wenn 2 vor Freude quietscht oder etwas auf den Teller zurückspuckt oder einen Fäkalwitz macht, und wispert mir zu: Als ich in dem Alter war, habe ich das auch so gemacht.

Ein Zwei-Stunden-Zyklus verläuft folgendermaßen: Die beiden spielen miteinander, 2 ärgert 1 ein wenig, steigert das, bis 1 zuschlägt, dann heult 2, 1 hat ein schlechtes Gewissen, macht Zugeständnisse an 2. Da capo ad nauseam.

Beim Kaffeetrinken (die Kinder kriegen heiße Milch) berichtet 2, wie eine blutende Wunde versorgt worden sei, nachdem dank Smartphone-Videoinspektion festgestanden habe, daß es nichts Schlimmes ist. Als 1 von einem sehr alten Film erzählt, den sie gesehen hätten, eine DVD!, müssen T. und ich lachen.

Ich stelle fest, daß die beiden enorme Begeisterung für die alten, wüsten Lagerfeuerwechselgesänge aufbringen. Sie haben ein gutes Gedächtnis und laute Stimmen: Enemene-hexamene-oa-poademene! Enemene-salamene-oa-poa! Das müßten die Nachbarn jetzt eigentlich auch alle können und sind vermutlich weniger betrübt als ich, als die beiden mit ihren Rollköfferchen singend das Haus verlassen.

Noch Tage nach dem Besuch finde ich zwischen Möbeln und unter Teppichen von 2 versteckte Bücher, die 1 hatte lesen wollen.