Bitte melden Sie sich zuerst an.

Neulich wollte ich zum Zug, aber im Bahnhof, spitz und dringlich über dem Reiselärm, stoppten mich Amselrufe. Es dauerte eine Weile, bis ich das Tier geortet hatte: mehrere Meter in der Höhe hockte es am Rand des geschlossenen Oberlichts. Ich ging zur Information, erkärte, zeigte dem Uniformierten die kleine Amsel, bis er versicherte, man werde sich kümmern, das lasse sich bestimmt öffnen, notfalls die Feuerwehr. Danach rannte ich zum Gleis durch all die Leute, die Koffer zogen, Brötchen aßen, Bildschirme lasen und den Vogelalarm komplett überhören konnten. Man nimmt nur wahr, was man weiß.

Flächige Versiegelung; die Spatzen, die die Stadt nicht mehr hat; Gärten als abwaschbare Wohnzimmer unter freiem Himmel. Aber welche Feuerwehr käme da?






Wie schön, dass du so gute Ohren und wache Sinne hast. Ich hätte sie wegen Schwerhörigkeit wohl nicht gehört, die Amsel. Und wie gut, dass du etwas unternommen hast. Ich denke nicht, dass die Amsel dort glücklich war.


Ich bin auf Amsel gedrillt. Wir haben im Jahr meist mehrere Bruten im Hinterhof, und ich weiß immer, wenn da Grund zum Klagen ist. Ein wenig Hausrotschwanz kann ich auch, und Meise.


Niemand (hier) bemerkt das Vweschwinden der Feldsperlinge.


Neulich hörte ich einen sich aufregen, seit 2000 seien hierzulande zwei Drittel der Vögel verschwunden. Er ist 30, hat also nie so viele gesehen wie z.B. ich. Ich fühlte mich vage schuldig, daß wir uns nicht besser gekümmert haben.