Neulich wollte ich zum Zug, aber im Bahnhof, spitz und dringlich das Getriebe übertönend, stoppten mich Amselrufe. Es dauerte eine Weile, bis ich das Tier geortet hatte: mehrere Meter in der Höhe hockte es am Rand des geschlossenen Oberlichts. Ich ging zur Information, erkärte, zeigte dem Uniformierten die kleine Amsel, bis er versicherte, man werde sich kümmern, das lasse sich bestimmt öffnen, notfalls die Feuerwehr. Danach rannte ich zum Gleis durch all die Leute, die Koffer zogen, Brötchen aßen, Bildschirme lasen und den Vogelalarm komplett überhören konnten. Man nimmt nur wahr, was man weiß.

Flächige Versiegelung; die Spatzen, die die Stadt nicht mehr hat; Gärten als abwaschbare Wohnzimmer unter freiem Himmel. Aber wem Bescheid sagen?






Wie schön, dass du so gute Ohren und wache Sinne hast. Ich hätte sie wegen Schwerhörigkeit wohl nicht gehört, die Amsel. Und wie gut, dass du etwas unternommen hast. Ich denke nicht, dass die Amsel dort glücklich war.