Wenn das nicht ist, dann ist irgendwas: den Kessel füllen. Im Handgelenk spüren, wann das Wasser reicht. Dann auf die kleine Platte, die so lärmt in letzter Zeit, aber das Wasser unerreicht schnell zum Kochen bringt. Derweil drei Handvoll Bohnen in die Kaffeemühle an der Wand; die habe ich aus dem kleinen Haushaltswarenladen an der Ketzerbach, die greise Besitzerin führte sechstausend Artikel und wußte, wo jeder einzelne stand. (Jetzt wird in dem Laden tätowiert und gepierct.) Beim Kurbeln dringt der erste Kaffeeduft an meine Nase. Das Mahlen dauert, bis das Wasser heiß ist; den Kessel rette ich vom Herd, bevor er pfeifen muß. Dann: die weiße, schöne Tasse. Oder die strengere blaue; manchmal die gerippte mit den Blumen. Der Keramikfilter klickt auf dem Tassenrand. Filterpapier hinein, das schmiegt sich schön; dann prasselt das Kaffeepulver und dann, daß es schäumt, das Wasser aus dem Wasserkessel in den Filter. In Ringen gießen, daß nichts trocken übrigbleibt. Wenn es genug ist, den Filter in die Spüle. Die heiße Tasse an den Tisch tragen, die Hände um sie schließen, die letzten Träume sichten, den Tag erwarten, der immer kommt, und immer früher als gedacht. Kaffee schmeckt, weil man weiß, wie er duftet, ein wenig enttäuschend, egal wie gut er ist.

 

Idee von Ulli im Café Weltenall.





Nix geworden: das Quittenbrot. Fest geworden erst nach Tagen; da hatte ich's schon in ein Glas gefüllt.

Immer wieder zu finden beim Herrn Zeilensturm.

Gut zu wissen für die Geduld: Yakshaving. Und Rubber Duck Debugging (vor allem, wenn man das Badeentchen spielt).

Ein Fortsetzungsroman bei Herrn Damals.

Und noch was Schönes: Verkehrsmittelkritiken, Splatter und Tierbabys beim Herrn Ackerbau. Manchmal kommen sie wieder.





Mein Küchen-und-Schreibtischstuhl, auf dem ich sitze, wenn ich esse, arbeite und Besuch empfange, ist mein alleralltäglichstes Ding. Ein Bauernstuhl, bequem geschwungen, ohne Schnörkel und Quatsch, schon mal repariert (nicht ganz fachgerecht mit dicken Schrauben); er knackt beim Setzen und etwas anders beim Aufstehen, und der Lack ist schadhaft.

Grün gestrichen ist er, seit er das erste Mal ausgemustert und zum Kindermöbel degradiert wurde. Auf der Unterseite der Sitzfläche steht handschriftlich "Walter Müller", so hieß der Großvater des Liebsten, der den Stuhl beim Tischler in Auftrag gegeben hat; sein Name wurde auf das Werkstück gekrakelt, vom Lehrling vielleicht.

Der Liebste hat ihn damals mitgenommen, als er auf den Sperrmüll sollte, und dann kam der Stuhl zu mir und folgte mir überall hin, wo ich je wohnte.

Knack, empfängt er mich morgens zum ersten Kaffee. Knack, schickt er mich abends zu Bett. Zwischen Knack und Knack liegen meine alltäglichen Stunden.

 

Nach einer Idee von Ulli (Café Weltenall).





Daß in jedem Reiseführer zu den "wichtigsten Floskeln und Redewendungen in der Landessprache" immer auch Ich liebe dich zählt.





Nun tritt wieder die Dunkle ein, der hellen Schwester entgegen:
    Die, sie grüßend, erhebt   sich vom Vorsitz des Jahrs.
Beide gehen freundlich für einen Schritt miteinander,
    bis dann, mit kühlerer Hand,   faßt nach dem Zepter die Nacht.

 

(Für Herrn Solminore, der das Jahr im Versmaß begleitet.)