Montag, 29. Juni 2026

Am Hang war er licht, knorrige, niedrige Eichen und ein Geruch nach Sonne und wildem Oregano; als Kind dachte ich, Südfrankreich ist wie hier. Eidechsenfelsen: Kartäusernelken als Funken über dem Staub der Wege, Blindschleichen, seltene Schmetterlinge und der Diptam, der süß duftet und, so heißt es, sich an heißen Tagen ganz von selbst entzündet.

Auf dem Hügel war er dann die grüne Krone: Buchen, Nadelbaumversuche und alte Eßkastanien, ein wenig zerfleddert alles, aber kühl. Dreht man sich um, fliegt das Auge wie ein Bussard über Weinhänge und Äcker, hundert Wanderpläne in jede Richtung.

Der Blick wird bleiben, aber der Wald, der Wald brennt, seit Tagen nun schon: Kulisse und Komm-wir-gehen-eine-Runde-raus-Gebiet, Schulausflugsland, Wurzel- und Erinnerungsgrund – alles Rauch, alles Asche.

Mir geht es wie vielen: Ich habe einen alten Freund verloren. Einmal mehr.