Angesichts einer Horde tobender Jugend vorm Museum bemerkt T.: Vierzehn, das war auch kein schönes Alter. Immer dieser Ansturm der Gefühle, wie bei Romeo und Julia: Wo ist mein Schwert? Wo die Phiole mit dem Gift? Wie schreibt man Phiole?

Dann zählt er auf, wie viele seiner Altersgenossen die Pubertät nicht geschafft haben. Erstaunlich viele Schußwaffen kommen vor; und Autos und Motorräder, natürlich. Ich merke, wie wenig mir Liebeskummer als Grund einleuchten will.

Einer habe eine Kassette hinterlassen mit Abschiedsworten, aber genau in den Sekunden nach dem "weil" sei ein Trecker vorm Haus vorbeigefahren, und man habe nichts weiter verstanden. (Das zumindest hätte die Familie behauptet.)

T., drohe ich, wenn du deine Geschichten nicht aufschreibst, dann mache ich das.






Und nun frage ich mich, ob es da doch vielleicht einen klitzekleinen Unterscheid zwischen männlichen und weiblichen Bedürfnissen gibt. Von Natur aus. Oder anerzogen ... Hm.
Heftige Geschichten sind das.


Ich weiß nicht, ob in den Bedürfnissen oder in der Verarbeitung von Mißerfolgen – einen Unterschied gab es da sicher mal. Und: ob es den noch gibt?