Die Schatten haben jeden Kern von Kühle verloren; dafür tragen Brombeeren und Mirabellen vom Wegrand einen Kern von Säure, der ihre verfrühte Süße herrlich macht.

Ein Pferd scharrt und scharrt auf der trockenen Weide, bald sieht es aus, als steige Rauch von der Stelle auf, in den das Pferd den Kopf senkt; es scharrt weiter, die Wolke wird größer, und dann kippt das ganze große Tier zur Seite und wälzt sich, nach dem Blau da oben und der Sonne auskeilend, genüßlich im Staub.

In der Stadt haben die Platanen ihre Rinde abgeworfen; die liegt jetzt von Passantensohlen fein zermahlen auf den Gehsteigen. Ein kleiner Junge kommt mir an der Hand seines Großvaters entgegen, dem er voller Selbstvertrauen erklärt: ... und ab jetzt mache ich immer alles richtig!

Die Sonne drückt mich mit einer gewaltigen Handfläche von Straßen und Plätzen in den nächsten Schatten. Nach Sonnenuntergang aber würde ich den Sommer am liebsten auf der bloßen Haut tragen; die Nächte sind ganz genau so warm wie ich.

Dieser Sommer rinnt mir nur so durch die Finger, Bilder und Erinnerungen verdunsten schneller, als ich sie notieren kann –