Luft und Himmel sind klargespült vom Nachtregen; die Platanen recken sich vor Sehnsucht nach den Wolken. Diesen Sommer gibt es eine Sopranistin im Viertel und einen neuen Vogel; beide singen oft in den Nachmittagsstunden. Die Sängerin wird immer besser.

Ehe für alle, knurrt T., dann muß ich jetzt auch, oder was? Ich erzähle ihm die Geschichte von dem Paar, das nach zwölf Jahren groß heiratete und keine sechs Monate später geschieden und zerstritten war. In Hundejahren, sagt T., ist das gar nicht mal so kurz. Seinen Bekannten habe die Braut gleich in der Hochzeitsnacht verlassen, mit einem Trauzeugen. Ob man sich von so was je erholt?

Auch über die G20-Krawalle reden wir; so nah war Hamburg nie. Und Amerika. Und all die Orte auf der Welt, an denen Unrecht geschieht. Danke, Internet.

Ich denke an M., der klagt, daß diese Nähe krank macht. Die und der Anspruch, auf dem Laufenden zu bleiben. Ein geborener Archivar, schreibt M., muß in den unendlichen Speichermöglichkeiten untergehen.

Aber das Netz umfaßt sein Leben, wie es meines umfaßt. So weit, den Stecker zu ziehen, ist er nicht: was wir hier haben, sei die möglichste aller weltlichen Bestien.

Man müßte sich freimachen von all dem, was man muß. Draußen wartet dieses Bild von einem Sommertag; man braucht nur ein Stück vor die Tür zu gehen ...






Ich biete zur Ablenkung im Internet eine neue Geschichte über Raben & Krähen, diesmal ohne David Attenborough (Ich will auch ausprobieren, ob ich das mit dem Setzen von Links endlich kapiert habe oder ob die Gänsefüßchen Quatsch sind, bitte um Nachsicht, wenn alles Murks ist)


Ha! Die Gänsefüßchen waren richtig, Link gesetzt! :-)


Oh! Bestmögliche Ablenkung! Krähenvögel sind immer toll und sollen ganz ausgezeichnet schmecken ...
(Und überhaupt. Natürlich lenkt man sich vom Internet dann doch im Internet ab. Ts.)