Die ganze Stadt voll mit Plakaten: Black Friday, Black Weekend, gar: Black Week. Mir ist schleierhaft, wieso man hier partout ein Konzept einführen will, das aus großen Gruppen von Menschen Reißer, Beißer und Plünderer macht; aber vielleicht lebe ich da wieder neben der üblichen Medienwelt.

Der Rest ist Weihnachten. Ganz neu deprimierend: die Riesenplastikkugeln vom Marktplatzweihnachtsbaum sind dieses Jahr mit Werbung bedruckt.

Plätzchenback- und Häkelpläne wider den Adventsüberdruß.

Nachts Schlaf von Niesen bis Niesen. Nicht so schön.






Der Weihnachtskommerz ist die Pest. Aber wie dagegen vorgehen? Es hilft ja nichts, wenn man nicht mitmacht. Ich und meine Familie sind Weihnachtskommerzverweigerer seit zwanzig Jahren, was bringt so ein Widerstand, wenn die überwiegende Mehrheit mitmacht? Im Gegenteil wird ja alles immer schlimmer: Weihnachtsmärkte, die schon Anfang November öffnen; Weihnachtsmänner vor der Drogerie, Rentiere im Supermarkt, Schlitten in der Fußgängerzone und was der Accessoires mehr sind, die mit dem Christfest nichts zu tun haben; Lebkuchen und Zimtsterne schon im September; verkaufsoffene Sonntage in der Adventszeit; Berge von Weihnachtsschmuck, Weihnachtstees, Weihnachtsduschgels, Weihnachtsbrötchen, Weihnachtskraftstoff, Weinachtsdieses und Weihnachtsjenes, alles dazu bestimmt, nach dem Fest auf dem Müll zu landen; und jetzt kommt noch, als dernier cri des etats unies, der schwarze Freitag.

Daß nichts davon weniger wird, bedeutet ja nur, daß die Leute es so wollen: "Schau mal, Liebling, ich hab uns Weihnachtseierbecher besorgt, sind die nicht hübsch? Und nur 59 Cent das Stück." -- Und das ist das wahrhaft Traurige an dem Freudenfest.


Mir erzählte kürzlich eine, kinderlose Freunde von ihr hätten da eine Abmachung, die schenkten sich an Weihnachten gar nichts. "Gar nichts! Was sagt das über deren Ehe?!" – Mir ist nichts eingefallen.


Gute Ehe! So eine hätte ich gerne :)


Haha, das hätte ich natürlich gesagt, wäre ich mit ihr verheiratet!


ich kenne welche, die schenken sich wirklich nichts


Wir uns auch nicht


Bei uns kriegen nur Leute unter einsfuffzig was geschenkt.
Aber gegessen wird, daß sich die Tische biegen.


Aber heuer mache ich eine Ausnahme wenn ich es mir recht überlege. Die Wirtschaft der kleinen Geschäfte ankurbeln!


Wie man weiß, läßt sich das Gelingen einer Ehe aus dem Produkt von Gewicht des Weihnachtsbaums, Albedo des Weihnachtsschmucks, relativer Breite des Zwangslächelns und Warenwert der Geschenke errechnen.


HAHAHA! Vollkommen einleuchtend.